THE FLOW OF NATURE - ein Blick ins Universum der Formen
Für die Ausstellung „Living the Material“ im Rahmen der Biennale „De Mains De Maîtres“ in Luxemburg entstand ein Outfit, das die Magie der Nacht, die Ruhe des Weltalls und die organische Strukturkraft der Natur in sich vereint. Inspiriert von den atmosphärischen Nachtfotografien des luxemburgischen Fotografen Edward Steichen, übersetzt das Design die kontemplative Weite des Kosmos in eine textile Sprache.
Aus der Ferne betrachtet erscheinen Planeten, Sternenhaufen und Konstellationen wie fließende Landschaften aus Wirbeln, Farbverläufen und organischen Mustern – genau wie Wolkenformationen auf der Erde oder das Spiel von Licht auf Wasser.
THE FLOW OF NATURE - ein Blick ins Universum der Formen
Für die Ausstellung „Living the Material“ im Rahmen der Biennale „De Mains De Maîtres“ in Luxemburg entstand ein Outfit, das die Magie der Nacht mit den organischen Strukturen der Natur verbindet.
Inspiriert von den Nachtfotografien Edward Steichens übersetzt das Design die Weite des Kosmos in fließende Formen, Farbverläufe und textile Strukturen.
Suminagashi ist eine uralte japanische Technik, bei der Papier mit Tinte verziert wird. Sie gilt als die älteste Form der Marmorierung – entstanden vor über 2.000 Jahren in China und im Japan des 12. Jahrhunderts von Shinto-Priestern als meditative Praxis ausgeübt.
Der Begriff Suminagashi (ausgesprochen su-me-NAH-gah-she) bedeutet wörtlich „schwimmende Tinte“ – und genau darum geht es: Japanische Sumie-Tinten werden mit einem Pinsel vorsichtig auf eine ruhige Wasseroberfläche getropft. Dort breiten sie sich in zarten Kreisen aus und werden durch sanftes Pusten in feine, lebendige Wirbel verwandelt.
Um diese flüchtigen Muster einzufangen, wird vorsichtig ein Blatt weißes Reispapier auf die Wasseroberfläche gelegt, welches sofort die Tinte aufsaugt und so die erstellte Marmorierung festhalten kann.
Suminagashi zählt zu den ursprünglichsten und naturalistischsten Formen der Kunst.
Der Künstler besitzt keine absolute Kontrolle über das entstehende Werk – es ist ein Spiel mit dem Zufall, ein experimenteller Prozess. Er arbeitet gemeinsam mit, aber manchmal auch gegen das Wasser, das seine Leinwand bildet.
Die entstehenden Marmorierungen, ihr fließender, organischer Farbverlauf, spiegeln Strukturen wider, wie sie überall in der Natur vorkommen: in Wasserströmungen, Wolken und Baumrinden – aber auch in Sternenformationen und den Atmosphären ferner Planeten.
Suminagashi ist eine über 2.000 Jahre alte japanische Marmorierungstechnik. Tinte wird auf eine ruhige Wasseroberfläche gegeben und durch sanfte Bewegungen zu organischen Wirbeln geformt.
Das entstehende Muster lässt sich nur bedingt kontrollieren. Gerade dieses Zusammenspiel aus Zufall, Wasser und Bewegung bildet die Grundlage für die textile Gestaltung.
Das Kleid wurde aus mit der japanischen Marmorierungstechnik Suminagashi gefärbter Seide gefertigt – einer der ursprünglichsten Methoden, um die fließenden Bewegungen von Wasser und Farbe sichtbar zu machen. Die entstehenden Muster erinnern an planetare Atmosphären oder das Zusammenspiel von Gas und Gravitation im All. Durch freies Draping entstand eine voluminöse Silhouette, die durch applizierte Schnüre an Fallschirme von Raumkapseln erinnert – ein symbolisches Detail für Rückkehr, Verbundenheit und das Überqueren von Grenzen.
Ergänzt wird das Outfit durch ein besticktes Oberteil aus künstlichem Lammpelz, das mit kunstvoll arrangierten Draht- und Perlenstickereien übersät ist. Diese mehrdimensionalen Verzierungen fangen die fragile Komplexität kosmischer Strukturen ein.
Abgerundet wird das Ensemble durch eigens konzipierte Accessoires, die mithilfe von 3D-Druck gefertigt wurden. Ihre Formen zitieren Kraterlandschaften, wellenartige Topografien und das Ineinandergreifen von Oberfläche und Tiefe.
Diese Arbeit ist eine Hommage an die Muster der Natur – im Großen wie im Kleinen – und an die ruhige Kraft der Nacht, in der sich das Universum für einen Moment still und greifbar zeigt.
Das Outfit wurde aus mit Suminagashi gefärbter Seide gefertigt. Die fließenden Muster erinnern an planetare Atmosphären und das Zusammenspiel von Gas und Gravitation.
Durch freies Draping entstand eine voluminöse Silhouette. Applizierte Schnüre erinnern an Fallschirme von Raumkapseln.
Das bestickte Oberteil aus künstlichem Lammpelz greift mit Draht und Perlen die komplexen Strukturen des Kosmos auf. Ergänzt wird das Ensemble durch 3D gedruckte Accessoires, deren Formen an Kraterlandschaften und Topografien erinnern.
Design & Styling by Annika Grussler / Photos by Laurin Keul / Model - Anna Anh Petry
Design & Styling by Annika Grussler / Photos by Laurin Keul / Model - Anna Anh Petry